Die 3 Beschäftigungsmodelle im Überblick
Für Familien die eine 24h-Betreuungskraft suchen, gibt es drei Modelle. Sie unterscheiden sich in Rechtssicherheit, Aufwand und Kosten erheblich.
| Modell | Rechtssicherheit | Aufwand Familie | Empfehlung |
|---|---|---|---|
| Entsendemodell | ✓ Vollständig | Gering | ★ Empfohlen |
| Direktanstellung | ✓ Legal | Hoch | Möglich |
| Scheinselbstständigkeit | ✗ Illegal | — | ✗ Verboten |
Entsendemodell — der rechtssichere Weg
Beim Entsendemodell ist die Pflegekraft bei einem Unternehmen in ihrem EU-Heimatland (z.B. Polen, Bulgarien, Rumänien) angestellt. Sie wird für typischerweise 6–8 Wochen nach Deutschland entsandt — mit A1-Bescheinigung als EU-rechtlichem Absicherungsdokument. Die Familie schließt den Vertrag mit dem entsendenden Unternehmen oder einer Agentur — bei Primundus direkt mit der PRIMUNDUS Sp. z o.o.
Für die Familie
Kein eigenes Arbeitsverhältnis mit der Kraft. Keine deutschen Lohnabrechnungen. Keine Sozialversicherungspflichten in Deutschland. Klare Vertragspartnerschaft mit der Agentur — bei Problemen ist die Agentur der Ansprechpartner.
Für die Betreuungskraft
Angestellt im Heimatland mit allen Sozialversicherungsleistungen. A1-Bescheinigung sichert legalen Status in Deutschland. Regelmäßiger Wechsel alle 6–8 Wochen ermöglicht Rückkehr zur Familie.
Für die Rechtssicherheit
Vollständig konform mit EU-Recht und deutschem Arbeitsrecht. Mindestlohn gilt auch für entsandte Kräfte. Bei Kontrolle durch Zoll oder Finanzkontrolle Schwarzarbeit: A1-Bescheinigung sofort vorzeigen.
Pflegekraft aus Polen im Entsendemodell: Pflegekraft aus Polen — legal & sicher
Direktanstellung — legal aber aufwendig
Die Familie stellt die Betreuungskraft selbst als Arbeitgeberin an. Das ist rechtlich eindeutig — bedeutet aber erheblichen Aufwand.
Was die Familie übernimmt
Wann sinnvoll
Was zu beachten ist
Scheinselbstständigkeit — das größte Risiko
Scheinselbstständigkeit liegt vor wenn eine Pflegekraft formal als Selbstständige bezeichnet wird, tatsächlich aber weisungsgebunden, dauerhaft und ausschließlich in einem Haushalt tätig ist. Das ist keine Grauzone — es ist eindeutig illegal.
Was Scheinselbstständigkeit konkret kostet
- Nachzahlung Sozialabgaben
- Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil der letzten 4 Jahre
- Bußgelder
- Bis zu 500.000 € bei gewerbsmäßiger Scheinselbstständigkeit
- Strafverfolgung
- Vorenthalten von Sozialabgaben ist ein Straftatbestand
- Rückwirkende Lohnfortzahlung
- Urlaub, Krankheit, Mutterschutz rückwirkend nachzuzahlen
Anzeichen für Scheinselbstständigkeit die Behörden prüfen: Die Kraft hat nur einen Auftraggeber. Sie ist in die Haushaltsorganisation vollständig eingebunden. Sie hat keine eigenen Betriebsmittel. Sie kann ihre Arbeitszeit nicht frei gestalten.
Mehr zum Thema: Scheinselbstständigkeit vermeiden — alle Risiken
Die A1-Bescheinigung — was sie bedeutet
Die A1-Bescheinigung ist das zentrale Dokument im Entsendemodell. Sie wird vom Arbeitgeber im Heimatland ausgestellt und belegt: Diese Person ist in ihrem Heimatland sozialversichert und darf deshalb in Deutschland ohne zusätzliche Sozialabgaben tätig sein.
Wer stellt sie aus?
Was sie belegt
Was bei Kontrolle passiert
Vertragsgestaltung: Pflegevertrag aufsetzen — was muss rein?
Häufige Fragen zur legalen Beschäftigung
Wie kann ich eine Pflegekraft legal beschäftigen?
Drei Wege: Entsendemodell über Agentur (empfohlen, kein eigenes Arbeitsverhältnis), Direktanstellung (legal, aber hoher Aufwand), oder angemeldete Selbstständigkeit (nur wenn echte unternehmerische Freiheit besteht). Scheinselbstständigkeit ist illegal.
Was ist das Entsendemodell?
Die Pflegekraft ist bei einem EU-Unternehmen angestellt und wird mit A1-Bescheinigung nach Deutschland entsandt. Die Familie hat einen Vertrag mit dem Unternehmen oder einer Agentur — kein eigenes Arbeitsverhältnis, keine deutschen Sozialabgaben.
Was ist Scheinselbstständigkeit?
Wenn eine Pflegekraft formal als Selbstständige gilt, aber faktisch weisungsgebunden dauerhaft in einem Haushalt arbeitet. Folge: Nachzahlung aller Sozialabgaben der letzten 4 Jahre plus Bußgelder.
Was ist die A1-Bescheinigung?
EU-Dokument das belegt, dass die Pflegekraft im Heimatland sozialversichert ist. Muss bei der Kraft immer vorliegen. Bei Kontrolle sofort vorzeigen. Fehlt sie, drohen Bußgelder.
Gilt der Mindestlohn auch für Pflegekräfte aus Polen?
Ja — der deutsche Mindestlohn gilt für alle in Deutschland tätigen Personen, auch für entsandte EU-Kräfte. Beim Entsendemodell stellt das Heimatunternehmen sicher dass Mindestlohn und Arbeitszeitrecht eingehalten werden.






