7 Min Lesezeit · Aug. 2026

Polnische Pflegekräfte — legal, sicher & bezahlbar

Marta Kapcio
Marta Kapcio

Pflegeberaterin bei Primundus · Aktualisiert am 25. April 2026

Eine polnische Pflegekraft kostet 2.200–3.500 Euro pro Monat und ist über das Entsendemodell vollständig legal — mit A1-Bescheinigung, sozialversichert in Polen, rechtlich abgesichert in Deutschland. Polen ist das meistgenutzte Herkunftsland für 24h-Betreuungskräfte in Deutschland: gute Sprachkenntnisse, kulturelle Nähe, kurze Anreise.

Auf einen Blick

  • Kosten: 2.200–3.500 €/Monat je nach Pflegebedarf + Kost & Logis
  • Legal: Entsendemodell mit A1-Bescheinigung — vollständig rechtssicher
  • Start: In 4–7 Tagen nach dem ersten Beratungsgespräch vor Ort
  • Rotation: Wechsel der Kraft alle 6–8 Wochen — nahtlose Übergabe
  • Qualifikation: Grundpflege, Haushalt, Betreuung — kein Arztdiplom aber mehr als Haushaltshilfe
  • Bei Ausfall: Primundus stellt sofort Ersatzkraft — kein Versorgungsausfall

Was bedeutet „Pflegekraft aus Polen"?

In Deutschland leben und arbeiten schätzungsweise 200.000–300.000 Betreuungskräfte aus Polen — sie stellen den größten Anteil aller 24h-Betreuungskräfte aus EU-Ländern. Der Begriff meint Frauen und Männer, die dauerhaft im Haushalt des Pflegebedürftigen leben und rund um die Uhr erreichbar sind.

Typischerweise arbeiten sie im Rotationsprinzip: 6–8 Wochen in Deutschland, dann Rückkehr nach Polen, gleichzeitiger Beginn einer Nachfolgekraft. So ist die Betreuung dauerhaft sichergestellt — ohne Lücken.

Grundpflege

Körperhygiene, Ankleiden, Nahrungsaufnahme, Lagerung und Mobilisierung. Unterstützung bei allem was der Pflegebedürftige nicht mehr selbst schafft.

Haushaltsführung

Kochen, Putzen, Einkaufen, Wäsche, Begleitung zu Arztterminen. Die Betreuungskraft führt den Haushalt eigenständig.

Betreuung und Gesellschaft

Gespräche, Spaziergänge, Tagesstruktur — gerade bei Demenz entscheidend. Polnische Betreuungskräfte sind oft für ihre Geduld und Herzlichkeit bekannt.

→ Was genau inbegriffen ist: Leistungen der 24h-Pflege bei Primundus

Kosten & was inbegriffen ist

Die monatlichen Kosten setzen sich aus dem Betreuungspreis und Kost & Logis zusammen — eine Vermittlungsgebühr fällt bei uns nicht an. Mit den Zuschüssen der Pflegekasse sinkt der tatsächliche Eigenanteil deutlich.

Kostenübersicht Pflegekraft aus Polen — Primundus 2026

Betreuungskosten2.200–3.500 €/Monat
Kost & Logis (im Haushalt)ca. 200–300 €/Monat
Abzüglich Pflegegeld PG 3– 599 €/Monat
Abzüglich Entlastungsbetrag– 131 €/Monat
Eigenanteil (Richtwert PG 3)ca. 1.700–2.100 €/Monat

Richtwerte Primundus 2026 · Eigenanteil variiert je nach tatsächlichen Kosten und Pflegegrad

→ Alle Kosten im Detail: Was kostet 24h-Pflege? — vollständige Kostenübersicht · Alle Zuschüsse 2026

Was zahlt die Pflegekasse dazu?

Die Pflegekasse zahlt die Betreuungskraft nicht direkt. Das Pflegegeld überweist sie Ihnen monatlich aufs Konto — darüber können Sie frei verfügen. Den Entlastungsbetrag von 131 € bekommen Sie dagegen gegen Rechnung erstattet, wenn die Betreuung über einen anerkannten Anbieter läuft. Wir sagen Ihnen, was in Ihrem Bundesland anerkannt ist.

Pflegegrad 1

Pflegegeld, frei verfügbarkein Pflegegeld
Entlastungsbetrag, als Erstattung131 €

Pflegegrad 2

Pflegegeld, frei verfügbar347 €
Entlastungsbetrag, als Erstattung131 €

Pflegegrad 3

Pflegegeld, frei verfügbar599 €
Entlastungsbetrag, als Erstattung131 €

Pflegegrad 4

Pflegegeld, frei verfügbar800 €
Entlastungsbetrag, als Erstattung131 €

Pflegegrad 5

Pflegegeld, frei verfügbar990 €
Entlastungsbetrag, als Erstattung131 €

Monatliche Beträge · Ab Pflegegrad 2 kommt das Entlastungsbudget mit bis zu 3.539 € im Jahr dazu (Verhinderungs- und Kurzzeitpflege zusammengefasst)

Bei Pflegegrad 3 bleibt damit der oben genannte Eigenanteil von rund 1.700–2.100 € im Monat. Bei Pflegegrad 4 oder 5 wird es entsprechend weniger, bei Pflegegrad 1 mehr. Wer zusätzlich das Entlastungsbudget nutzt, kommt oft noch darunter. Alle Zuschüsse im Überblick

Wie ist die Betreuungskraft versichert?

Unsere Betreuungskräfte sind bei uns fest angestellt und bleiben während des Einsatzes in Polen sozialversichert — Kranken-, Renten- und Unfallversicherung laufen dort weiter. Belegt wird das durch die A1-Bescheinigung, die jede Kraft mitbringt.

Für Sie als Familie heißt das: Solange die Betreuung über uns läuft, werden Sie nicht zum Arbeitgeber. Sie melden niemanden bei einer Krankenkasse an und führen keine Sozialbeiträge ab. Diese Pflichten liegen bei uns.

Das Entsendemodell ist das einzige wirklich rechtssichere Modell für Betreuungskräfte aus Polen. Es ist auch das meistgenutzte — weil es für alle Seiten unkompliziert ist.

Entsendemodell (empfohlen)

Die Betreuungskraft ist fest bei uns angestellt — bei der PRIMUNDUS Sp. z o.o. in Polen. Sie wird für 6–8 Wochen nach Deutschland entsandt, mit A1-Bescheinigung als Nachweis der Sozialversicherung in Polen. Sie schließen den Vertrag mit Primundus in Deutschland — kein eigenes Arbeitsverhältnis, keine deutschen Sozialabgaben.

Direktanstellung

Die Familie stellt die Kraft selbst als Arbeitgeberin an. Rechtlich eindeutig, aber mit hohem Aufwand: Lohnabrechnung, deutsche Sozialversicherung, Urlaubsvertretung bei Krankheit.

Scheinselbstständigkeit (verboten)

Wer eine polnische Pflegekraft "freiberuflich" beauftragt, die faktisch weisungsgebunden im Haushalt lebt, begeht Scheinselbstständigkeit. Das ist strafbar: Nachzahlungen von Sozialabgaben plus Bußgelder.

Was die A1-Bescheinigung ist

Die A1-Bescheinigung ist ein EU-Dokument das belegt, dass die Betreuungskraft in ihrem Heimatland (Polen) sozialversichert ist und deshalb in Deutschland keine zusätzlichen Sozialabgaben anfallen. Wir beantragen sie für jede Kraft bei der polnischen Sozialversicherung ZUS; während des Einsatzes muss sie vorliegen.

→ Alle Beschäftigungsmodelle im Vergleich: Pflegekraft legal beschäftigen — die 3 Wege

→ Was im Vertrag stehen muss: Pflegevertrag aufsetzen — worauf achten?

Qualität & Auswahl der richtigen Kraft

Die größte Sorge bei der Entscheidung für eine Pflegekraft aus Polen: Wie gut ist sie wirklich? Bei Primundus werden Betreuungskräfte sorgfältig ausgewählt — mit konkreten Kriterien die für jede Pflegesituation passen.

Deutschkenntnisse

Grundlegende Kommunikation auf Deutsch ist Voraussetzung. Je nach Pflegesituation kann auch Grundkenntnisse ausreichen — bei Demenzbetroffenen zählt oft mehr die emotionale Verbindung als perfektes Deutsch.

Pflegeerfahrung

Primundus prüft die Erfahrung jeder Kraft — Anzahl der Einsätze, Pflegesituationen, Referenzen. Bei besonderen Diagnosen (z.B. Parkinson, schwere Demenz) wird gezielt nach Spezialerfahrung gesucht.

Führerschein

Wenn nötig — z.B. für Arztbesuche oder Einkaufsfahrten in ländlichen Gebieten. Beim ersten Gespräch klären.

Persönlichkeit & Passung

Telefonat vorab möglich. Schnuppertage in der ersten Woche helfen beiden Seiten sich kennenzulernen. Bei Nichtpassung: unkomplizierter Wechsel.

Polen vs. andere Herkunftsländer

Neben Polen sind Bulgarien und Rumänien die häufigsten Herkunftsländer für 24h-Betreuungskräfte. Die Wahl hängt weniger vom Land als von der einzelnen Kraft und der Agentur ab.

Herkunftsländer im Überblick

LandAnreiseDeutschkenntnisseBesonderheit
Polenkurz (Zug/Auto)oft solideMeistgenutzt, kulturelle Nähe
Bulgarienlänger (Flug)variiertGute Verfügbarkeit
Rumänienlänger (Flug)variiertOft Pflegefachkräfte verfügbar

→ Andere Herkunftsländer: Pflegekraft aus Bulgarien · Pflegekraft aus Rumänien

Häufige Fragen zur Pflegekraft aus Polen

Was kostet eine Pflegekraft aus Polen?

+

Über Primundus 2.200–3.500 €/Monat je nach Pflegebedarf, plus Kost & Logis (ca. 200–300 €/Monat). Mit Pflegegeld (z.B. 599 €/Monat bei PG 3) und Entlastungsbetrag (131 €/Monat) sinkt der Eigenanteil deutlich.

Ist eine Pflegekraft aus Polen legal?

+

Ja — über das Entsendemodell mit A1-Bescheinigung vollständig legal. Die Kraft ist in Polen sozialversichert, in Deutschland rechtlich abgesichert. Scheinselbstständigkeit ist dagegen strafbar.

Wie funktioniert das Entsendemodell?

+

Die Kraft ist fest bei uns angestellt — bei der PRIMUNDUS Sp. z o.o. in Polen — und wird für 6–8 Wochen entsandt. Sie schließen den Vertrag mit Primundus in Deutschland: kein eigenes Arbeitsverhältnis, keine deutschen Sozialabgaben.

Was leistet eine Pflegekraft aus Polen?

+

Grundpflege, Haushaltsführung, Begleitung zu Arztterminen und soziale Betreuung. Keine Krankenschwester, aber deutlich mehr als eine Haushaltshilfe. Behandlungspflege nur mit Qualifikationsnachweis.

Wie schnell kann eine Pflegekraft aus Polen starten?

+

Mit Primundus typischerweise 4–7 Tage nach dem ersten Gespräch — täglich kündbar, taggenaue Abrechnung.

Was passiert wenn die Pflegekraft krank wird oder ausfällt?

+

Primundus stellt sofort eine Ersatzkraft — ohne Versorgungslücke für die Familie. Das ist einer der zentralen Vorteile einer Agenturvermittlung gegenüber einer Direktanstellung.