Risikofaktoren erkennen
Wer die Risikofaktoren kennt, kann gezielt ansetzen. Viele sind modifizierbar — das heißt: behandelbar oder ausschaltbar.
Körperliche Faktoren
- Muskelschwäche in Beinen und Rumpf
- Eingeschränktes Gleichgewicht
- Gangstörungen, Parkinson-Tremor
- Schwindel, Kreislaufprobleme
- Eingeschränktes Sehvermögen
Medikamente
- Beruhigungsmittel, Schlaftabletten
- Blutdruckmittel (Schwindel)
- Diuretika (schnelles Aufstehen nötig)
- Mehr als 4 Medikamente gleichzeitig
- Neue Medikamente → Arzt fragen
Umgebungsrisiken
- Lose Teppiche, Kabel am Boden
- Schlechte Beleuchtung
- Fehlende Haltegriffe
- Nasse Böden im Bad
- Ungeeignetes Schuhwerk
Psychische Faktoren
- Sturzangst (paradoxerweise erhöht Sturzrisiko)
- Unterschätzung eigener Einschränkungen
- Eile, Ungeduld
- Nachts keine Brille aufsetzen
Wohnung sichern — die wichtigsten Maßnahmen
Bad & WC
Flur & Treppenhaus
Schlafzimmer
Wohnzimmer
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Übungen & Training — was wirklich hilft
Gleichgewichts- und Krafttraining sind die wirksamsten Maßnahmen gegen Sturzrisiko. Die Cochrane-Übersicht von 2019 zeigt: Regelmäßiges Gleichgewichts- und Krafttraining senkt die Zahl der Stürze um rund ein Drittel. Täglich 10–15 Minuten sind wirksamer als ein langer Sporttag pro Woche.
Einbeinstand
Gleichgewicht
- An Küchentisch oder Stuhl festhalten, ein Bein heben, 10–30 Sekunden halten. Täglich 3×, jedes Bein. Wenn sicher: Festhalten loslassen.
Aufstehen vom Stuhl ohne Hände
Kraft & Balance
- Langsam ohne Zuhilfenahme der Hände aufstehen und hinsetzen. 10 Wiederholungen. Stärkt Beinmuskulatur und verbessert Gleichgewicht.
Tandemgang
Gleichgewicht
- Fuß vor Fuß auf einer Linie gehen (wie auf einem Seil balancieren). Entlang Küchentisch oder Wand zur Sicherheit. Täglich 5 Meter vor und zurück.
Zehenspitzenstand
Kraft
- An Stuhl festhalten, auf Zehenspitzen heben und langsam senken. 15 Wiederholungen. Stärkt Unterschenkelmuskulatur und verbessert Gleichgewicht.
Tai Chi oder Yoga für Senioren
Gleichgewicht & Kraft
- Kurse in Volkshochschulen oder Sportvereinen, auch als Video möglich. Für Tai Chi zeigt die Cochrane-Übersicht 2019 rund ein Fünftel weniger Stürze.
Hilfsmittel & Versorgung
Gehstock / Rollator
Krankenkasse
- Arztrezept nötig. Rollator hat mehr Stabilität als Gehstock — bei höherem Sturzrisiko bevorzugen.
Hüftprotektor
Hilfsmittelliste
- Polstereinlage in der Unterwäsche die bei Sturz Hüfte schützt. Besonders bei erhöhtem Sturzrisiko und Osteoporose sinnvoll.
Hausnotruf
Pflegekasse: bis 25,50 €/Mo
- Wenn Sturz passiert und niemand da ist: Hausnotruf ermöglicht schnelle Hilfe.
Orthopädische Schuhe
Krankenkasse (ärztl. Verordnung)
- Bei Gangstörungen oder Fehlstellungen die Sturzrisiko erhöhen.
Häufige Fragen
Wie kann man Stürze im Alter verhindern?
Die wirksamsten Maßnahmen: Gleichgewichtstraining (rund ein Viertel weniger Stürze), Wohnungssicherung (Haltegriffe, rutschfreie Böden), Medikamente auf Schwindelnebenwirkungen überprüfen lassen, gutes Schuhwerk, regelmäßiger Sehcheck.
Welche Übungen helfen gegen Sturzgefahr?
Einbeinstand, Aufstehen vom Stuhl ohne Hände, Tandemgang, Zehenspitzenstand. Tai Chi senkt die Zahl der Stürze laut Cochrane-Übersicht 2019 um rund ein Fünftel. Täglich 10–15 Minuten sind wirksamer als ein langer Sporttag.
Bezahlt die Krankenkasse Hilfsmittel zur Sturzprävention?
Rollator und Gehstock: Krankenkasse mit Rezept. Hausnotruf: als Pflegehilfsmittel über die Pflegekasse (bis 25,50 €/Monat). Hüftprotektor: oft über Hilfsmittelliste. Wohnraumanpassungen: Pflegekasse bis 4.180 €/Maßnahme.
Was tun wenn jemand gestürzt ist?
Nicht sofort aufrichten wenn Verletzung möglich. Notarzt rufen bei Verdacht auf Knochenbruch, Kopfverletzung oder Bewusstlosigkeit. Danach Arzt aufsuchen, Ursache des Sturzes analysieren, Präventionsmaßnahmen anpassen.






