Kosten & Finanzierung · Aktualisiert August 2026
Was kostet 24-Stunden-Pflege wirklich? Die ehrliche Gesamtrechnung
Pflegeberaterin bei Primundus · Aktualisiert am 14. August 2026
Wer Angebote für 24-Stunden-Pflege vergleicht, stößt auf erstaunlich unterschiedliche Zahlen: mal „105 Euro am Tag", mal „ab 945 Euro Eigenanteil", mal „ab 2.850 Euro". Alle drei Angaben können sich am Ende auf denselben Monatsbetrag summieren — sie sind nur unterschiedlich verpackt. Hier lesen Sie, wie Sie Preisangaben richtig deuten, welche Nebenkosten oft fehlen und wie eine vollständige Rechnung aussieht.
Drei Preis-Verpackungen, die Sie kennen sollten
1. Der Tagespreis-Anker
„105 Euro am Tag" klingt überschaubar — ein Restaurantbesuch für zwei. Gerechnet auf den Monat sind es aber über 3.100 Euro. Rechnen Sie Tagespreise immer mal 30, bevor Sie vergleichen.
2. Der „ab"-Preis
„Ab"-Preise gelten für die einfachste denkbare Situation: eine mobile Person, keine Nachteinsätze, einfache Sprachkenntnisse der Kraft. Realistische Situationen liegen fast immer darüber — fragen Sie deshalb nach der Spanne mit Obergrenze, nicht nach dem Einstiegspreis. Und Vorsicht bei „ab"-Angaben, die bereits alle Zuschüsse abgezogen haben: Das ist kein Preis, sondern ein Rechenergebnis für den günstigsten Fall.
3. Die unbezifferten Nebenkosten
Kost und Logis, An- und Abreise der Betreuungskraft, Feiertagszuschläge, Kosten bei einem Kraftwechsel: Diese Posten gehören zu jeder 24h-Betreuung — aber nicht jeder Anbieter beziffert sie vor Vertragsschluss. Was vorher nicht in Euro dasteht, steht später auf der Rechnung.
So sieht die vollständige Rechnung aus (Beispiel Pflegegrad 3)
| Betreuung (mittlere Anforderungen, gute Deutschkenntnisse) | 2.800 € |
| Kost & Logis für die Betreuungskraft (bei Primundus beziffert) | + 200–300 € |
| Ehrliche Gesamtkosten | ≈ 3.050 € |
| Pflegegeld (Pflegegrad 3) | − 599 € |
| Entlastungsbetrag | − 131 € |
| Verhinderungspflege (3.539 €/Jahr, monatlich verteilt) | − 295 € |
| Steuerermäßigung § 35a EStG (bis 4.000 €/Jahr) | − 333 € |
| Effektiv selbst zu tragen | ≈ 1.450–1.700 € |
Stand August 2026, Beispielwerte. Der Unterschied zu „ab 945 €"-Werbung: Wir zeigen den Rechenweg — jede Zeile können Sie bei Ihrer Pflegekasse und Ihrem Steuerberater nachprüfen. Ihre persönliche Rechnung erstellt der Kostenrechner in 2 Minuten.
Diese 7 Fragen stellen Sie jedem Anbieter
Egal, bei wem Sie anfragen — auch bei uns: Ein seriöser Anbieter beantwortet alle sieben Fragen sofort und in Euro. Ausweichende Antworten sind ein Warnsignal.
- 1Wie hoch ist der Gesamtpreis pro Monat — nicht pro Tag, nicht „ab"?
- 2Was kommt für Kost und Logis der Betreuungskraft dazu — in Euro?
- 3Was kosten An- und Abreise, auch bei jedem Kraftwechsel?
- 4Wie hoch sind Feiertags- und Weihnachtszuschläge — konkret in Euro?
- 5Wie schnell kann ich kündigen, und kostet ein Wechsel der Kraft etwas?
- 6Was zahle ich, wenn meine Mutter ins Krankenhaus muss?
- 7Ist Ihre Auszeichnung oder Bewertung belegt — mit Link oder Dokument?
Unsere Antworten: Gesamtpreis 2.200–3.500 € je nach Situation, Kost & Logis 200–300 €, täglich kündbar ohne Mindestlaufzeit, Start meist in 4–7 Tagen — und die Auszeichnung als Nr. 1 der Pflegekräfte-Vermittler ist mit dem Original-Dokument belegt.
Häufige Fragen
Warum wirken manche 24h-Pflege-Angebote so günstig?
Drei verbreitete Mechanismen: Tagespreise statt Monatssummen (105 Euro am Tag klingt klein, sind aber über 3.100 Euro im Monat), „ab"-Preise, die nur für die einfachste Konstellation gelten, und unbezifferte Nebenkosten wie Kost und Logis, Fahrtkosten oder Feiertagszuschläge, die erst im Vertrag auftauchen.
Welche Nebenkosten kommen üblicherweise dazu?
Typisch sind: Kost und Logis für die Betreuungskraft (bei Primundus mit 200 bis 300 Euro monatlich beziffert), An- und Abreisekosten bei Kraftwechseln sowie Zuschläge an Feiertagen. Seriöse Anbieter nennen diese Posten mit konkreten Zahlen, bevor Sie unterschreiben.
Was kostet 24-Stunden-Pflege bei Pflegegrad 3 effektiv?
Beispielrechnung: 2.800 Euro Betreuungskosten minus 599 Euro Pflegegeld, 131 Euro Entlastungsbetrag, rund 295 Euro anteilige Verhinderungspflege und etwa 333 Euro monatliche Steuerersparnis — es bleiben rund 1.450 Euro effektiv selbst zu tragen. Alle Details: Wer übernimmt die Kosten?