Der grundlegende Unterschied
Der entscheidende Unterschied ist nicht was geleistet wird — sondern wann und wie kontinuierlich.
| Kriterium | Ambulanter Pflegedienst | 24h-Betreuungskraft |
|---|---|---|
| Verfügbarkeit | 1–3 Einsätze täglich, danach weg | Lebt im Haushalt, bei Bedarf auch nachts |
| Nachtbereitschaft | Kein Personal nachts | Bei Bedarf da |
| Haushalt & Kochen | Nicht im Leistungsspektrum | Vollständig übernommen |
| Gesellschaft | Nur während Einsatz | Ganztägige Begleitung |
| Demenzbetreuung | Schwierig ohne Kontinuität | Vertraute Bezugsperson |
| Behandlungspflege | Ja — Kernkompetenz | Nein — übernimmt Pflegedienst |
| Kosten/Monat | 800–2.500 €, oft durch KV gedeckt | ab 2.150 €, mit Pflegegeld |
| Kassenzuschuss | Sachleistungen PG 2–5 | Pflegegeld + Entlastungsbudget |
| Kündigung | Vertragliche Fristen | Täglich kündbar (Primundus) |
Kostenvergleich 2026
Ambulanter Pflegedienst
800–2.500 €/Monat je nach Einsatzhäufigkeit. Die Pflegekasse zahlt Sachleistungen direkt an den Dienst: PG 2 = 796 €/Mo, PG 3 = 1.497 €/Mo, PG 4 = 1.859 €/Mo, PG 5 = 2.299 €/Mo. Bei moderatem Pflegebedarf kann der Eigenanteil sehr gering oder null sein.
- Bei hohem Pflegebedarf übersteigen die Kosten schnell den Sachleistungsrahmen.
24h-Betreuungskraft (Primundus)
Ab 2.150 €/Monat. Nach Pflegegeld (347–990 €/Mo), Entlastungsbudget und Steuerermäßigung bleiben bei PG 3 ab ca. 923 €/Monat. Inklusive: Haushalt, Kochen, Gesellschaft — alles in einem.
- Kombination mit Pflegedienst für Behandlungspflege möglich — Kosten dann kumuliert aber Kassenzuschüsse laufen parallel.
Wann ist was sinnvoll?
Ambulanter Pflegedienst reicht wenn…
- Pflegebedarf auf 1–2 Einsätze täglich begrenzt
- Angehörige den Rest verlässlich übernehmen
- Keine Nachtbetreuung nötig
- Kosten vollständig durch Sachleistungen gedeckt
- Behandlungspflege (Injektionen, Wunden) im Vordergrund
24h-Betreuungskraft sinnvoll wenn…
- Pflegebedarf über den ganzen Tag verteilt
- Nächtliche Unruhe, Stürze oder Orientierungslosigkeit
- Demenz mit hohem Betreuungsbedarf
- Angehörige nicht dauerhaft vor Ort
- Haushalt vollständig übernommen werden soll
Kombination — oft die beste Lösung
Die häufigste und meist beste Lösung ist die Kombination: Eine 24h-Betreuungskraft übernimmt Grundpflege, Haushalt, Gesellschaft und Nacht. Der ambulante Pflegedienst kommt täglich für Behandlungspflege (Injektionen, Verbandswechsel). Beide Kassenzuschüsse laufen parallel.
Rechenbeispiel Kombination — PG 3
- 24h-Kraft (Primundus)
- ab 2.150 €/Mo
- Ambulanter Dienst (Behandlungspflege)
- ca. 300 €/Mo
- Gesamtkosten
- ab ca. 2.450 €/Mo
- − Sachleistungen (für den Pflegedienst)
- − ca. 300 €/Mo
- − anteiliges Pflegegeld PG 3 (Kombinationsleistung)
- − ca. 480 €/Mo
- − Entlastungsbudget (anteilig)
- − ca. 295 €/Mo
- − Steuerermäßigung
- − ca. 333 €/Mo
- Eigenanteil
- ab ca. 1.040 €/Mo
Alle Kombinationsmöglichkeiten: Finanzierung der 24h-Pflege · Kombinationsleistung erklärt
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pflegedienst und 24h-Kraft?
Pflegedienst: kommt zu festen Zeiten, geht dann wieder. Kernkompetenz Grund- und Behandlungspflege. 24h-Kraft: lebt im Haushalt, ist bei Bedarf auch nachts da — übernimmt zusätzlich Haushalt, Kochen, Gesellschaft.
Ist ambulante Pflege günstiger als eine 24h-Kraft?
Bei moderatem Bedarf ja — Sachleistungen decken oft den Pflegedienst vollständig. Bei hohem Gesamtbedarf (Haushalt, Betreuung, Nacht) ist die 24h-Kraft oft günstiger als mehrere Dienste kombiniert.
Kann man Pflegedienst und 24h-Kraft kombinieren?
Ja — das ist die häufigste Lösung bei komplexem Bedarf. 24h-Kraft für Grundpflege/Haushalt/Nacht, Pflegedienst für Behandlungspflege. Beide Kassenzuschüsse (Pflegegeld + Sachleistungen) laufen parallel.
Wann reicht ein ambulanter Pflegedienst nicht mehr aus?
Wenn nächtliche Betreuung nötig ist, Demenz kontinuierliche Anwesenheit erfordert, Angehörige die verbleibende Zeit nicht abdecken können, oder wenn der Gesamtaufwand (Haushalt, Kochen, Begleitung) den Pflegedienst übersteigt.






