5 Min Lesezeit · Apr. 2026

Hausnotruf für Senioren — Kosten, Zuschuss & Auswahl

Ein Hausnotruf gibt Senioren und Angehörigen Sicherheit — rund um die Uhr, auf Knopfdruck. Ab ca. 20 Euro pro Monat. Die Pflegekasse kann über den Entlastungsbetrag die Kosten übernehmen. Und mit einer 24h-Betreuungskraft ist die direkte menschliche Hilfe im Notfall sowieso immer vor Ort.

Auf einen Blick

  • Klassischer Hausnotruf: 20–50 €/Monat — Knopf am Handgelenk oder als Anhänger
  • Mobilfunk-Notruf: 30–80 €/Monat — auch außerhalb der Wohnung nutzbar
  • GPS-Tracker: 30–80 €/Monat — besonders bei Demenz und Weglaufen wichtig
  • Finanzierung: Entlastungsbetrag (131 €/Monat) der Pflegekasse kann genutzt werden
  • Mit 24h-Betreuungskraft: Kraft ist immer da — Notruf als zusätzliche Absicherung
  • Anbieter: DRK, Malteser, Johanniter, DUSSMANN, viele weitere

Was ist ein Hausnotruf?

Ein Hausnotruf ist ein elektronisches System das es Senioren ermöglicht, im Notfall mit einem Knopfdruck Hilfe zu rufen. Der klassische Hausnotruf besteht aus einer Basisstation (am Festnetz oder per Mobilfunk) und einem Funksender als Armband oder Anhänger. Beim Drücken des Knopfes wird automatisch eine Notrufleitstelle kontaktiert.

Die Leitstelle klärt zunächst per Mikrofon die Situation — und alarmiert dann je nach Bedarf Angehörige, den Rettungsdienst oder einen lokalen Ersthelfer. Das System funktioniert 24 Stunden am Tag, 7 Tage/Woche, auch wenn der Nutzer bewusstlos ist (automatische Sturzerkennung bei modernen Systemen).

Arten von Hausnotruf-Systemen

Klassischer Hausnotruf (Festnetz/Mobilfunk)

20–50 €/Monat

Für wen: Senioren die hauptsächlich in der Wohnung sind

Funksender als Armband/Anhänger verbindet sich mit Basisstation. Funktioniert nur in Reichweite der Basisstation (typisch 50–80 m).

Mobilfunk-Notruf (außer Haus nutzbar)

30–80 €/Monat

Für wen: Senioren die noch nach draußen gehen

Gerät mit eigenem Mobilfunk — funktioniert überall in Deutschland wo Empfang ist. Häufig mit GPS-Ortung kombiniert.

GPS-Tracker (besonders bei Demenz)

30–80 €/Monat

Für wen: Menschen mit Demenz und Weglauf-Tendenz

Kleines Gerät (als Uhr, im Schuh, am Gürtel) ermöglicht Ortung jederzeit. Angehörige können Standort per App verfolgen.

Smarte Pflaster/Wearables

40–100 €/Monat

Für wen: Hohes Sturzrisiko, Herzpatienten

Automatische Sturzerkennung, Herzfrequenzüberwachung, automatischer Notruf ohne Knopfdruck.

Kosten & Kassenzuschuss

Ein Hausnotruf kostet typischerweise eine einmalige Anschlussgebühr (20–80 €) plus eine monatliche Grundgebühr (15–50 €). Viele Anbieter ohne Anschlussgebühr möglich.

Kassenzuschuss: Entlastungsbetrag nutzen

Der Hausnotruf kann aus dem monatlichen Entlastungsbetrag (131 €/Monat, für alle Pflegegrade 1–5) der Pflegekasse bezahlt werden — wenn der Anbieter als anerkanntes Betreuungs- und Entlastungsangebot zugelassen ist. Viele Wohlfahrtsverbände (DRK, Malteser, Johanniter) sind automatisch anerkannt. Pflegekasse anfragen.

→ Entlastungsbetrag richtig nutzen: Entlastungsbetrag 2026 — 131 €/Monat

Wann ist ein Hausnotruf sinnvoll?

Ein Hausnotruf ist besonders empfehlenswert wenn:

Erhöhtes Sturzrisiko durch eingeschränkte Mobilität oder Gleichgewichtsprobleme

Herzerkrankungen oder andere akute Erkrankungen bei denen schnelle Hilfe entscheidend ist

Der Senior zeitweise allein ist und Angehörige nicht sofort erreichbar sind

Demenz ohne GPS-Tracking: GPS-Variante für Sicherheit beim Weglaufen

Überbrückung bis zur Betreuungskraft — oder als ergänzende Sicherheit bei 24h-Pflege

Mit 24h-Betreuungskraft — Hausnotruf als zusätzliche Absicherung

Wenn eine 24h-Betreuungskraft dauerhaft im Haushalt lebt, ist menschliche Hilfe immer direkt vor Ort. Ein zusätzlicher Hausnotruf kann trotzdem sinnvoll sein — als Absicherung für Momente wenn die Kraft kurz abwesend ist oder als Notfallweg direkt zum Rettungsdienst.

Häufige Fragen

Was kostet ein Hausnotruf?

+

Klassischer Hausnotruf: 20–50 €/Monat. Mobilfunk-Notruf mit GPS: 30–80 €/Monat. Einmalige Anschlussgebühr 20–80 € (viele Anbieter ohne). Entlastungsbetrag (131 €/Monat) der Pflegekasse kann die Kosten decken.

Zahlt die Pflegekasse den Hausnotruf?

+

Indirekt — über den Entlastungsbetrag (131 €/Monat, alle Pflegegrade 1–5). Voraussetzung: Anbieter muss als anerkanntes Betreuungsangebot zugelassen sein. Viele Wohlfahrtsverbände (DRK, Malteser, Johanniter) sind anerkannt.

Was ist der Unterschied zwischen Hausnotruf und GPS-Tracker?

+

Hausnotruf: Knopfdruck löst Notruf aus, funktioniert klassisch nur in der Wohnung. GPS-Tracker: Echtzeit-Ortung jederzeit, besonders für Demenzkranke mit Weglauftendenz.

Ist ein Hausnotruf bei 24h-Pflege noch nötig?

+

Nicht zwingend — aber als zusätzliche Absicherung sinnvoll. Die 24h-Betreuungskraft ist immer direkt vor Ort. Ein Notruf-System gibt zusätzliche Sicherheit für Momente wenn die Kraft kurz abwesend ist.