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Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege: Welche Leistungen die Pflegekasse übernimmt

Die häusliche Pflege nimmt in den meisten Fällen viel Zeit und Kraft in Anspruch. Eine Pflegekraft kümmert sich in der Regel täglich und bei Bedarf sogar rund um die Uhr um die pflegebedürftige Person. Doch was passiert, wenn eine Pflegekraft einmal verhindert oder sogar ein kurzzeitiger Aufenthalt in einem Pflegeheim notwendig ist? Die Pflegekasse des Versicherten bietet hier zwei unterschiedliche Zuschussleistungen an, die wir Ihnen in diesem Beitrag genauer vorstellen.

Auch Pflegekräfte haben Anspruch auf Urlaub, erkranken einmal oder können aus persönlichen Gründen die Pflege für Stunden, Tage oder auch Wochen nicht übernehmen. Das kann den Alltag ganz schön durcheinander wirbeln und eine zusätzliche Belastung darstellen. In diesen Fällen helfen die Leistungen der sogenannten Verhinderungspflege, eine Ersatz-Pflegekraft zu engagieren, damit die Pflege im eigenen zu Hause ohne Einschränkungen weiter geführt werden kann.

Darüber hinaus gibt aber auch Umstände, die eine kurzzeitige professionelle Pflege in einer stationären Einrichtung erfordern, beispielsweise nach einer Operation, wenn sich der Gesundheitszustand plötzlich deutlich verschlechtert oder aber auch bei Renovierungs- oder Umbaumaßnahmen im häuslichen Umfeld. In solchen Fällen sichert die Kurzzeitpflege als stationäre Alternative zur Verhinderungspflege die Versorgung des Pflegebedürftigen.

Wer hat Anspruch auf Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege?

Einen grundsätzlichen Anspruch auf die Leistungen seiner Pflegekasse haben alle pflegeversicherten Personen, sofern die Voraussetzungen nach dem XI. Sozialgesetzbuch erfüllt sind und der Versicherte die Leistungen beantragt. Sofern er dazu auch gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein sollte, kann dies auch ein Bevollmächtigter übernehmen.

Grundlage für die Leistungen und Zuschüsse der Pflegekasse ist der jeweilige Pflegegrad in den Stufen 1 bis 5, die durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MEDICPROOF bei privat Versicherten) nach definierten Kriterien auf körperliche und geistige Beeinträchtigungen überprüft und feststellt. Einen Anspruch auf Verhinderungspflege oder Kurzzeitpflege haben Pflegebedürftige ab dem Pflegegrad 2. Bei der Verhinderungspflege ist es zudem erforderlich, dass die Pflegeperson bereits länger als 6 Monate privat oder im Rahmen der „24-Stunden-Pflege“ zu Hause betreut wird. Um diesen Zeitraum im Einzelfall bestimmen zu können, wird oft auf den Tag der Genehmigung des Pflegegrades zurückgegriffen.

Bitte beachten Sie: Personen mit Pflegegrad 1 haben grundsätzlich keinen Anspruch auf Leistungen der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege.

Bei der Kurzzeitpflege gibt es allerdings seit einigen Jahren eine Ausnahme: Wenn eine Person nach einem Krankenhausaufenthalt oder Unfall plötzlich pflegebedürftig wird, besteht auch ohne Pflegegrad die Möglichkeit, Kurzzeitpflege-Leistungen in Anspruch zu nehmen, um einen möglichen Versorgungsengpass zu überbrücken und die weitere Betreuung im häuslichen Umfeld zu organisieren. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen in jedem Fall die Beratung durch die Krankenkasse des Versicherten. Diese ist vorab zuständig, da bisher ja noch keine Pflegebedürftigkeit vorlag und auch kein Pflegegrad festgestellt wurde.
Verhinderungspflege erklärt

Welche Zuschüsse zahlt die Pflegekasse bei der Verhinderungspflege?

Um in der Abwesenheitszeit eine Ersatzpflegekraft bezahlen zu können, stellt die Pflegekasse für die Verhinderungspflege ein Jahresbudget als finanzielle Unterstützungsleistung zur Verfügung. Dieses kann stunden- oder tageweise für die Dauer von insgesamt bis zu 6 Wochen oder 42 Tage im Jahr beantragt werden. Die Höhe des Budgets ist davon abhängig, ob Angehörige die Pflegevertretung privat übernehmen oder eine professionelle Pflegekraft engagiert wird. Die aktuellen Jahresbudgets bestehen in folgender Höhe:

1. Verhinderungspflege durch nahe Angehörige (bis zum 2. Grad verwandt oder verschwägert):

Pflegegrad 2 = 474,00 Euro

Pflegegrad 3 = 817,50 Euro

Pflegegrad 4 = 1.092,00 Euro

Pflegegrad 5 = 1.351,50 Euro
2. Verhinderungspflege durch sonstige Personen (zum Beispiel entfernte Verwandte, Nachbarn, Freunde, Pflegekräfte ambulanter Pflegedienste oder eine „24-Stunden-Pflegekraft“):

Pflegegrade 2-5 = 1.612,00 Euro
Das Geld wird in diesen Fällen entweder an die pflegebedürftige Person oder die Ersatzpflegekraft ausgezahlt. Ambulante Pflegedienste rechnen in der Regel dagegen direkt mit den Pflegekassen ab.

Übrigens: Sofern die bisherige Pflegekraft länger als 8 Stunden pro Tag abwesend ist, beispielsweise im Urlaubsfall, wirkt sich dies auf die Zahlung des monatlichen Pflegegeldes aus. Dieses wird dann für die Anzahl der entsprechenden Vertretungstage um 50 Prozent gekürzt. Bei weniger als 8 Stunden täglich wird das Pflegegeld weiterhin in voller Höhe gezahlt.
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PRIMUNDUS-Tipp: Vielen ist nicht bekannt, dass sie die Leistungen der Verhinderungspflege auch noch bis zu vier Jahre rückwirkend in Anspruch nehmen können. Wichtig ist, dass entsprechende Rechnungen und Belege vorhanden sind, damit diese bei der Pflegekasse mit der Beantragung eingereicht werden können.

Welche Zuschüsse zahlt die Pflegekasse bei der Kurzzeitpflege?

Wenn eine pflegebedürftige Person zeitlich befristet nicht im häuslichen Umfeld versorgt werden kann und stattdessen stationär in einem Pflegeheim betreut werden muss, bietet die Pflegekasse für die Kurzzeitpflege ein Jahresbudget von 1.774 Euro als Kostenzuschuss an. Dieser Zuschuss wird ebenfalls ab dem zweiten Pflegegrad gezahlt und bleibt unabhängig von einer weiteren Pflegestufe immer gleich hoch.

Es versteht sich von selbst, dass die Kosten für eine Kurzzeitpflege je nach Einrichtung variieren. Zur Orientierung: Im Bundesdurchschnitt kostet eine Woche Kurzzeitpflege bei Pflegegrad 2 etwa 588 Euro, die sich aus Pflegekosten, Kosten für die Unterbringung und Verpflegung sowie Investitionskosten der Einrichtung zusammensetzen. Da das Kurzzeitpflege-Budget allerdings nur für Pflegeleistungen verwendet werden darf, verbleibt hier immer ein Eigenanteil, der separat zu finanzieren ist. Aktuell liegt der dieser für die Betreuung in der Kurzzeitpflege bei durchschnittlich etwa 300 Euro pro Woche.

Gut zu wissen: Während der Kurzzeitpflege wird das Pflegegeld zur Hälfte weitergezahlt und kann ebenfalls zur Finanzierung des stationären Pflegeaufenthalts genutzt werden! Zudem kann der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich beispielsweise für Unterbringungs- und Verpflegungskosten den Eigenanteil weiter reduzieren!

So lassen sich Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege kombinieren.

Die jährlichen Budgets der Verhinderungspflege und der Kurzzeitpflege lassen sich bei Bedarf miteinander verrechnen. Dabei ist Folgendes zu beachten: Das maximale Jahresbudget der Verhinderungspflege von 1.612 Euro lässt sich mit bis zu 806 Euro aus dem Kurzzeitpflege-Budget auf dann 2.418 Euro jährlich (201,50 Euro monatlich) aufstocken.

Sollte die Kurzzeitpflege in einer stationären Einrichtung erforderlich sein, können dafür sogar bis zu 100 Prozent des Verhinderungspflege-Budgets verwendet werden. Das Jahresbudget der Kurzzeitpflege von 1.774 Euro ab dem Pflegegrad 2 kann sich dann durch die Mittel der Verhinderungspflege auf bis zu 3.386 Euro erhöhen. Das entspricht in etwa acht Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr.
PRIMUNDUS-Tipp: In den meisten Fällen kann die Pflege und Betreuung in den eigenen vier Wänden mit einer Ersatzpflegekraft sehr gut aufrecht erhalten und damit die befristete Unterbringung in einem Pflegeheim vermieden werden. Die Option anteiligen Budgetübertrags der Kurzeitpflege auf die Verhinderungspflege bietet deshalb beim Einsatz einer „24-Stunden-Pflegekraft“ die größtmögliche finanzielle Entlastung.
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Quellen:
www.pflege.de
www.pflegehilfe.org
12. Mai 2022
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