Pflegegeld bietet finanzielle Entlastung

Wird eine Person pflegebedürftig und im häuslichen Umfeld gepflegt, stellt sich schnell die Frage, wer die zu erbringenden Leistungen finanziert. Das gilt auch, wenn die zu pflegende Person im Rahmen einer sogenannten „24-Stunden-Pflege“ im häuslichen Umfeld betreut wird. Das gesetzlich im elften Sozialgesetzbuch (SGB IX) geregelte Pflegegeld der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherungen bietet eine finanzielle monatliche Entlastung, auch wenn es in der Regel nur einen Teil der anfallenden Pflegekosten deckt. In diesem Beitrag erklären wir die Voraussetzungen für den Bezug von Pflegegeld, in welcher Höhe Sie davon profitieren können und wo und wie Sie es beantragen.

Wer hat Anspruch auf Pflegegeld?

Anspruch auf Pflegegeld haben Versicherte gegenüber Ihrer jeweiligen Pflegekasse, wenn die folgenden Voraussetzungen erfüllt sind:

Durch Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (gesetzlich Versicherte) oder MEDICPROOF (privat Versicherte) wurde die Pflegebedürftigkeit nach einem von 5 Pflegegraden (ersetzten 2017 die bis dahin gültigen 3 Pflegestufen) festgestellt und durch die Pflegekasse genehmigt.

Die zu pflegende Person wird im häuslichen Umfeld gepflegt.

Die Leistungen, wie Grundpflege, Alltagsbetreuung und Haushaltsführung werden durch Angehörige, gute Freunde oder sonstige Personen privat und damit nicht gewerbsmäßig erbracht.

Wie hoch ist das monatliche Pflegegeld?

Die Höhe des Pflegegeldes, das monatlich von der jeweiligen Pflegekasse an den Pflegeversicherten überwiesen wird, ist abhängig vom festgestellten Pflegegrad und beträgt aktuell:

Pflegegrad 1 = 0 Euro

Pflegegrad 2 = 316 Euro

Pflegegrad 3 = 545 Euro

Pflegegrad 4 = 728 Euro

Pflegegrad 5 = 901 Euro
Da Pflegegeld erst ab dem zweiten Pflegegrad gezahlt wird, kann sich alle, die bisher nach Pflegegrad 1 eingestuft wurden, die Beantragung einer Nachbegutachtung lohnen, sobald sich der Pflegeaufwand durch eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands des zu Pflegenden erhöhen sollte.

Wo beantrage ich Pflegegeld?

Den Antrag auf Pflegegeld kann immer nur die versicherte Person, die auch zu pflegen ist, stellen. Ist dies nicht möglich, kann dies auch eine bevollmächtigte Person übernehmen. Der Antrag wird bei der jeweiligen Pflegekasse gestellt, die an jede gesetzliche oder private Krankenkasse bzw. -versicherung angeschlossen ist. Dort können Sie sich jederzeit formlos schriftlich oder telefonisch melden und bekommen alle notwendigen Antragsformulare zugeschickt.

Gut zu wissen! Pflegegeld auch bei Kurzzeit- oder Verhinderungspflege

Die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes zahlen die Pflegekassen für vier Wochen im Kalenderjahr, wenn Pflegebedürftige Kurzzeitpflege (z. B. nach einem Klinikaufenthalt) oder Verhinderungspflege (bei Urlaub oder Krankheit von pflegenden Angehörigen) erhalten.

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Quellen: https://www.pflege.de/
11. November 2021
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