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Pflegestufe oder Pflegegrad – Was ist der Unterschied?

Oft ändert sich eine Lebenssituation von einem Moment auf den anderen. Wenn eine nahestehende Person plötzlich pflegebedürftig wird, beispielsweise durch einen Unfall, nach einem Krankenhausaufenthalt oder der Verschlechterung des Gesundheitszustands, stellen sich viele Fragen. Zudem wird man in Gesprächen mit Ärzten, Therapeuten, der Pflegekasse aber auch im privaten Umfeld mit zahlreichen neuen Informationen und Fachbegriffen konfrontiert. Wir wissen aus Erfahrung, dass es für viele Betroffene besonders zu Beginn eine große Herausforderung ist, den Überblick zu behalten, alles Wichtige zu verstehen und richtig einzuordnen.

Als aktueller Service-Champion unter den Anbietern der „24-Stunden-Pflege“ sorgen wir deshalb in unserem Ratgeber Pflege für Orientierung, beantworten Ihre Fragen und erklären wichtige Begriffe, die im Pflegealltag immer wieder auftauchen, - so wie die Bedeutung und den Unterschied von Pflegestufe und Pflegegrad.

Pflegegrade ersetzen Pflegestufen – Entscheidungsgrundlage der Pflegekasse

Alle pflegeversicherten Personen haben einen grundsätzlichen Anspruch auf die Leistungen ihrer gesetzlichen oder privaten Pflegekasse, sofern die Voraussetzungen nach dem XI. Sozialgesetzbuch erfüllt sind und sie die Leistungen beantragen. Die Entscheidungsgrundlage, ob und in welchem Umfang Leistungen von der Pflegekasse übernommen werden, bildet der Pflegegrad. Das gilt auch für die Zuschüsse in Form von Geld- oder Sachleistungen im Rahmen der häuslichen Pflege.

Vor 2017 wurde zur Bestimmung der Pflegebedürftigkeit vor allem die körperliche Beeinträchtigung auf Basis der damals gültigen 3 Pflegestufen beurteilt. Mit Inkrafttreten der Pflegereform zu Beginn des Jahres 2017 wurden die 3 Pflegestufen durch 5 Pflegegrade ersetzt. Damit wurde die Beurteilungsgrundlage erweitert und differenziert, damit niemand schlechter gestellt wird. Neben körperlichen Beeinträchtigungen fließen nun auch psychische Erkrankungen in die Beurteilung mit ein, so dass insbesondere Demenzkranke die gleichen Leistungsansprüche gegenüber ihrer Pflegekasse haben.
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Wer bestimmt den Pflegegrad?

Um in einen der 5 bestehenden Pflegegrade eingestuft zu werden, muss zunächst ein Antrag auf Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse gestellt werden. Sofern der Betroffene dazu selbst nicht in der Lage sein sollte, kann dies auch ein Bevollmächtigter übernehmen. Anschließend beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst (MEDICPROOF bei privat Versicherten) mit der ausführlichen Begutachtung der Pflegebedürftigkeit im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen. Dazu werden bei einem Besuch vor Ort alle notwendigen Informationen mit Hilfe eines Fragebogens erhoben. Das Ergebnis der Begutachtung wird dann durch die Pflegekasse geprüft und der Pflegegrad festgestellt. Je nach Pflegegrad ergeben sich daraus unterschiedliche Ansprüche auf Geld- oder Sachleistungen.

Welche Kriterien spielen bei der Begutachtung eine Rolle?

Bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst werden die folgenden Bereiche geprüft:

Mobilität 

Inwieweit kann sich die pflegebedürftige Person selbstständig bewegen und ihre Körperhaltung ändern, beispielsweise aufstehen, gehen oder Treppen steigen? 

Kognitive und kommunikative Fähigkeiten 

Erkennt die pflegebedürftige Person andere Menschen und ist sie in der Lage, sich auszudrücken und Bedürfnisse mitzuteilen? Inwieweit kann sie sich örtlich und zeitlich orientieren? 

Verhaltensweisen und Psyche

Verhält sie sich die pflegebedürftige Person lethargisch, ängstlich oder aggressiv? Wie hoch ist diesbezüglich der Unterstützungsbedarf?

Selbstversorgung 

Kann die pflegebedürftige Person sich noch selbst waschen, ankleiden oder essen und trinken? 

Umgang mit krankheitsbedingten Belastungen 

Ist die pflegebedürftige Person in der Lage, Medikamente selbst einzunehmen oder einen Verband zu wechseln? Benötigt sie Begleitung für Besuche bei Ärzten und Therapeuten?

 Alltagsleben und soziale Kontakte 

Inwieweit kann die pflegebedürftige Person einen normalen Tagesablauf einhalten, sich selbst beschäftigen oder auf menschlichen Kontakt reagieren?

PRIMUNDUS-Tipp: Da sich der gesundheitliche Zustand der pflegebedürftigen Person mit der Zeit verschlechtern kann, empfiehlt sich möglicherweise die Beantragung eine Nachprüfung durch den Medizinischen Dienst, um einen höheren Pflegegrad festzustellen, sodass die Betroffenen von umfangreicheren Leistungen der Pflegekasse profitieren.

Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen Pflegegrade?

Die Feststellung einer der 5 Pflegegrade erfolgt nach definierten Kriterien in Form eines Punktesystems. Die Einteilung gestaltet sich wie folgt:

Pflegegrad 1 (12,5 bis unter 27 Punkte) 

Die Selbstständigkeit ist nur geringfügig beeinträchtigt. 

Pflegegrad 2 (27 bis unter 47,5 Punkte): 

Die Selbstständigkeit ist erheblich beeinträchtigt. 

Pflegegrad 3 (47,5 bis unter 70 Punkte): 

Die Selbstständigkeit ist schwer beeinträchtigt. 

Pflegegrad 4 (70 bis unter 90 Punkte): 

Die Person ist vollständig auf Unterstützung angewiesen. 

Pflegegrad 5 (90 bis 100 Punkte): 

Die Person benötigt besondere Pflege, etwa durch Querschnittslähmung, Wachkoma oder aber auch schwere Fehlbildungen im Säuglingsalter.

Die Auswirkungen des Pflegegrads in der 24-Stunden-Pflege

Grundsätzlich gilt: Je höher der Pflegegrad, desto aufwendiger und umfangreicher sind die Anforderungen und der Leistungsumfang an eine 24-Stunden-Pflegekraft. Deshalb erstellen wir Ihnen bei PRIMUNDUS immer ein individuelles und damit auf Ihren Bedarf abgestimmtes Angebot, für das der Pflegegrad der pflegebedürftigen Person eine wichtige Rolle spielt. Allerdings ist ein festgestellter Pflegegrad keine grundsätzliche Voraussetzung für den Einsatz einer PRIMUNDUS-Pflegekraft.       

Zur Finanzierung einer 24-Stunden-Pflegekraft durch die Pflegekasse kommt vor allem das den meisten Menschen bekannte monatliche Pflegegeld in Frage. Dieses wird allerdings erst ab dem zweiten Pflegegrad gezahlt. Der monatliche Betrag erhöht sich jeweils mit den Pflegegrade 3-5. Auch für die finanziellen Zuschüsse der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege ist mindestens Pflegegrad 2 erforderlich. Hier steht der Zuschuss allerdings unabhängig vom Pflegegrad immer in gleicher Höhe zur Verfügung. Der als Sachleistung zur Verfügung stehende monatliche Entlastungsbetrag dagegen kann bereits ab dem ersten Pflegegrad in Anspruch genommen werden. 

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Quellen:

www.pflegehilfe.org
www.pflege.de
www.focus.de/finanzen/praxistipps/pflegestufe-oder-pflegegrad-das-ist-der-unterschied_id_8393857.html
11. August 2022
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